Diesem Erfahrungsbericht liegt ein gesamtes Einsatzjahr des German RepRap X1000 im Prototyping-Prozess unseres Unternehmens zugrunde, während dessen (am Ende vergeblich) versucht wurde, die Maschine in die laufende Produktion einzubinden.
Nach einer langen, mühsamen und kostenaufwändigen Einführungspahase mit Support der Firma DokuTeam konnte der Drukcer zwar in Betrieb genommen werden, tatsächlich förderte der längere Einsatz des X1000 jedoch ein weiteres, schwerwiegenderes
Problem zu Tage, wonach etwa neun von zehn Druckaufträgen an fehlendem
Materialnachschub scheitern. Unabhängig von den verwendeten Materialien (firmeneigenes
GermanRep Filament, zukauf Filamente in hoher Qualität, funktionierendes Filament der
Schwestermaschine) kam es, früher oder später, bei nahezu jedem Druckjob zu Problemen
der Materialnachführung, was in allen Fällen zu einem Abbruch des Jobs, sowie zum Verlust
des bislang verbauten Materials geführt hat. In weiteren Fällen gab es erneut
Beschädigungen an den Druckköpfen, welche wiederum kostenpflichtig repariert werden
mussten.
Bei allen Ausfällen konnten folgende, wiederkehrende Ursachen festgestellt werden:
1) Die Materialförderwalze am Extruder dreht durch, ohne das Filament weiter fördern
zu können. Der Materialnachschub kommt zum Erliegen.
2) Das Filament erfährt im oberen Bereich des Extruderkopfes eine zu hohe Erwärmung
(installierte Luftkühlung nicht ausreichend) und wickelt sich dadurch um die
Materialförderwalze. Der Materialnachschub kommt zum Erliegen.
3) Das Material verklemmt sich/verklebt/verstopft in der mehrstufigen Führung nach den
Extruderwalzen auf dem Weg zur Düse. Punkt 1) ist die Folge daraus.
Da der X1000 über keinerlei Sensorik zur Erkennung fehlenden Materialnachschubes verfügt
und somit keine Unterbrechung des laufenden Druckjobs geschieht, konnten die Bauteile,
nach Behebung des vorliegenden Fehlers, ausnahmslos nicht weiter aufgebaut werden, was
zu enormen Zeit und Materialverlusten geführt hat.
Nachdem diese Mängel bei Design Ballendat erkannt und dokumentiert wurden, wurde
versucht, die Firmen GermanRep und DokuTeam für eine mögliche Lösungsfindung zu
kontaktieren. In diesem Zuge wurde, weder seitens des Herstellers, noch seitens des
Vertreibenden, auf die Behebung der vorliegenden technischen Mängel eingegangen.
Stattdessen wurde dogmatisch auf die Anpassung der druckrelevanten Parameter plädiert,
welche (selbst nach Einsatz von GermanRep-eigenen Technikern) diese Probleme zu keiner
Zeit verhindern konnten.
Da das Gerät niemals den geforderten Einsatzzweck erfüllen konnte, wurde eine
Rücknahme seitens des Vertreibenden gefordert, für den Fall, dass die technischen Mängel
nicht beseitigt werden könnten. Dies wurde, vorerst erneut im Bezug auf die Wahl der
richtigen Parameter, abgelehnt. Nach weiteren Versuchen mit geänderten Einstellungen und
nun erneut daraus entstandenen Schäden am Gerät, wurde die Forderung der Rücknahme
nochmals gestellt. Die folgende Ablehnung wurde damit begründet, dass die zu druckenden
Geometrien sehr hohe Anforderungen an die Maschine stellen würden, welchen Design
Ballendat selbst, wenn nötig durch exzessive Parameter-Versuche, beikommen müsste.
Zudem wurde sich darauf bezogen, dass mit der Verwendung von zugekaufen Materialien,
anders, als zum Verkauf dargestellt, ohnehin kein zufriedenstellendes Ergebnis zu erwarten
wäre.
Aufgrund der festgefahrenen Situation sieht sich Design Ballendat nun, trotz der klar
definierbaren, technischen Mängel an der Maschine, in Eigenregie dazu gezwungen, diese
baulichen Schwachstellen zu beseitigen und mit der aufwändigen internen Überarbeitung
des Materialfördermechanismus, sowie der eigentlichen Druckköpfe, den X1000 so zu
verändern, dass ein verlässlicher industrieller Einsatz überhaupt erst möglich wird.