Marcus D.
Freitag, 10. November 2023
Zunächst, es ist kein Kurs bei dem das Kind danach schwimmen kann. Wir waren zunächst bei einem klassischen Schwimmkurs als unser Sohn fünf war. Wir haben viele Seen in der Nähe und wollten etwas Sicherheit. Der Kurs war ein klassischer Schwimm Kurs wie ich ihn damals auch in der Schule hatte. Im Vordergrund stand das Seepferdchen am Ende. Es gab kein individuelles Eingehen auf die Kinder. Unser Sohn ging ungern hin und weinte, wenn beim Duschen Wasser über seinen Kopf lief oder er auf Zwang an der Stange tauchen mußte. Und am Ende hatte er kein Seepferdchen. Ich erinnere mich noch gut daran wie manche Eltern ihre weinenden Kinder am Beckenrand versuchten zu überreden weiter zu machen damit sie auch wirklich das Seepferdchen bekommen. Ich dachte damals, ob das wirklich so das richtige ist oder sich eher Angst vor dem Schwimmen und dem Unterricht entwickelt. Im Internet bin ich dann auf die Rochen Kinder gestoßen und fand diese Art von Schwimmkurs sehr ansprechend. Hier gibt es keinen Druck, kein Seepferdchen und die Kinder werden ohne den Einfluß der Eltern langsam mit dem Wasser vertraut gemacht. Hier wird nicht unterrichtet sondern jedes Kind kann sich im Wasser entwickeln im eigenen Tempo. Manchmal steht man am Anfang da und denkt jetzt haben wir eine Stunde gespielt und es ist nichts passiert. Man ist selbst noch in dem eigenen Denk Muster gefangen dass am Ende der Stunde doch irgendein Erfolg oder ein Fortschritt zu sehen sein muss. Auch aus der Familie kommen Fragen ob er jetzt schwimmen kann und viele verstehen den Ansatz dieser Alternative zum klassischen Kurs nicht. Tatsächlich passiert viel wenn man genau sein Kind beobachtet. Da viel mit Gegenständen gearbeitet wird die schwimmen oder versinken können kommt ganz plötzlich der erste Tauch Versuch und die Kinder sind stolz darauf und das alles ohne Druck. Unser Sohn geht immer gerne hin und manchmal spielt er auch nur. Er hat eine Freude am Wasser, am tauchen und schwimmen entwickelt die ich kaum für möglich gehalten habe. Besonders beeindruckt war ich vom plötzlichen los schwimmen nach der langen corona Pause und der Freude daran. Da kein Schwimm Stil vermittelt wird beginnt es zumeist mit einer Art Hunde paddeln worüber man auch mal schmunzeln kann. Es wird darauf geachtet dass die Kinder achtsam miteinander umgehen und auch Fragen wenn sie ein anderes Kind nass spritzen wollen ob es damit einverstanden ist. Zugegeben der Kurs ist nicht preiswert aber wenn man möchte dass das Kind Freude am Wasser entwickelt und sich sicher im Wasser bewegen kann der ist hier richtig. Es wird auch keine Schwimm Brille benutzt damit die Kinder lernen unter Wasser die Augen aufzumachen. Das passiert von ganz alleine beim Tauchen. Da ist eine Anleitung gar nicht nötig. Denn wer hat schon eine Schwimm Brille dabei wenn er mal vom Boot o. Ä. Ins Wasser fällt? Wenn man bedenkt dass er geweint hat als er an der Stange tauchen mußte und jetzt Freude daran hat im tiefen Becken Gegenstände vom Boden zu holen, da weiß ich dass wir alles richtig gemacht haben. Alles in allem bin ich froh dass wir damals die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir sind immer noch dabei weil es meinem Sohn so gefällt und die eine Stunde ist auch für die Eltern sehr entspannen“
